FÖJ im Radio!

RadioLoraAuf unsere Pressemitteilung zu unserem Appell über die Bund Länder Tagung hin, rief gestern das Radio Lora München bei mir an und bat um ein Radiointerview.
Und dann war ich auch gleich im Abendmagazin zu hören –
der volle Wahnsinn! Bei 00:40 hört man kurz 20 Sekunden lang nichts, ist ein Tonfehler von denen. Nicht wundern!

Downloaden könnt ihr euch die Datei übrigens unter folgendem Link:

Viel Spaß beim Hören! 🙂

PM: Demokratie? Fehlanzeige!

Pressemitteilung der FÖJ Bundessprecher | 25.02.13 | Berlin
Demokratie? Fehlanzeige!

Die Bundessprecher des Freiwilligen Ökologischen Jahres appellieren für die konsequente Ausübung von Demokratie in Freiwilligendiensten. Seit 2010 werden sie aus Bund-Länder-Angelegenheiten ausgeschlossen – gleichzeitig lobt sich das Bundesfamilienministerium für die vielen Partizipationsmöglichkeiten der Sprecher. Unter anderem unterstützen drei Bundestagsabgeordnete den Appell.

Die Bundessprecher des FÖJ haben heute einen Appell an Dr. Jens Kreuter (Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben) und an die FÖJ-Ländervertreter der Landtage herausgegeben. Darin fordern sie die Aufhebung eines 2010 gefassten Beschlusses, der ihnen die Teilnahme an einer Tagung von Bund und Ländern verwehrt und sie fordern die Einführung von demokratischen Sprechersystemen in allen Freiwilligendiensten. Eva-Maria Meckel, Bundessprecherin und Landessprecherin für Hessen, erklärt dazu:
Im FÖJ gibt es 2.700 Freiwillige, die durch uns fünf Bundessprecher gegenüber öffentlichen Institutionen und Politik vertreten werden. In anderen Freiwilligendiensten haben die Teilnehmenden niemanden, der sie vertritt – also niemanden, der sich für sie einsetzt und ihnen eine Stimme verleiht. Das muss sich dringend ändern!“.
Frühere Bundessprecher durften der Tagung beiwohnen und dort die Interessen der FÖJler vor den Verantwortlichen vortragen. Aufgrund von Zeitmangel wurden sie jedoch ausgeschlossen.
Es kann nicht sein, dass zu wenig Zeit da ist, unsere Anliegen zu anzuhören!“,
so Hanin Ibrahim, Bundessprecherin und Landessprecherin für Berlin.
Nun gibt es schon gewählte Sprecher und dann wird Politik gemacht, über uns Freiwillige hinweg, ohne dass jemand von uns anwesend sein darf“.
Deshalb haben sie einen Appell verfasst, der von Heidrun Dittrich (MdB, DIE LINKE.), Ulrich Schneider (MdB, Bündnis90/Die Grünen), Sönke Rix (MdB, SPD), Thilo Bode (Geschäftsführer foodwatch), Peter Battenberg (Geschäftsführer Volunta) und Norina Möller (Bundesjugendsprecherin der Naturschutzjugend) unterstützt wird. Hanin Ibrahim weiter:
Immer wieder heißt es, Jugendliche seien zu politikverdrossen. Hier gibt es nun uns Jugendliche, die sich engagieren wollen, die aktiv und politisch sind und dann wird uns eine wichtige Funktion unseres Amtes genommen. Das wollen wir so nicht hinnehmen“.
Die Tagung findet im Frühjahr statt. Teilnehmen dürfen die Bundessprecher nur, wenn die Ländervertreter den gemeinsam gefassten Beschluss  über den Ausschluss vorher wieder aufheben. Ob sie das tun, bleibt abzuwarten.

 

Das FÖJ widmet sich dem Natur- und Umweltschutz. Die Freiwilligen arbeiten auf Bauernhöfen, in Waldkindergärten, Naturschutzstationen, Laboren oder NGOs, in Bildungseinrichtungen oder mit regenerativen Energien. Es ist der einzige Freiwilligendienst mit einem bundesweiten demokratischen Sprechersystem. Über Gruppensprecher werden Landes- und Bundessprecher gewählt. Auf allen Ebenen haben die Freiwilligen so wichtige Ansprechpartner, die sie vertreten und versuchen, ihre Rechte zu stärken. Zwischen 180€ und etwa 600€ bekommen sie monatlich für eine 30-40Stundenwoche – das hängt vom Bundesland ab. Das Geld rechnet sich aus Taschengeld und Pauschale für Unterkunft und Verpflegung zusammen, zum Leben reicht es meist jedoch nicht. Und Ersparnisse aufzubrauchen, um sich einem Jahr freiwillig dem Naturschutz zu widmen, sollte auch nicht Sinn der Sache sein. Gleichgestellt sind die FÖJler laut Gesetz mit Auszubildenden. Dafür gibt es einen Freiwilligenausweis, der Ermäßigungen ermöglichen soll, in der Praxis aber leider oft nicht so akzeptiert wird, wie vorgeschrieben ist. GEZ- bzw. nun Rundfunkgebührenbefreiung ist schon lange ein Thema der Sprecher, das von Jahr zu Jahr weiter gegeben wird, ohne dass sich etwas ändert. Die Bundessprecher haben unter anderem die Aufgabe, aufgrund solcher Probleme Forderungen, Wünsche, Ideen und Vorschläge zu sammeln, um sie dann Entscheidungsträgern mitzuteilen. Bis 2010 konnte dies auf der Bund Länder Klausurtagung zu Freiwilligendiensten geschehen. Seit dem Ausschluss gibt es diese Möglichkeit des direkten Austausches mit allen beteiligten Akteuren, BMFSFJ, BAFzA und Ländervertretern, nicht mehr. Auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Sönke Rix (SPD) zu Partizipationsmöglichkeiten antwortete die Bundesregierung, dass es statt der Tagung ein gesondertes Treffen ohne die Ländervertreter geben solle. Frühere Bundessprecher haben versucht, ein solches Treffen zu arrangieren, vonseiten der Ämter gab es jedoch keine nennenswerten Bemühungen dem entgegen zu kommen. Der Appell, Neuigkeiten und Informationen über das FÖJ und die Aktivitäten der Sprecher sind auf www.foej.net zu finden.

Den Appell downloaden: 20130225_appell_blkt_kreuter (PDF)
Die Anfrage an die Bundesregierung downloaden: Antwort MdB Rix (PDF)

Was treiben die Bundessprecher eigentlich so?

Sechs Monate des FÖJ sind bereits um – eine persönliche Bilanz zu der Arbeit von uns fünf Bundessprechern
von NaniBundessprecher

Am 03. November 2012 wurden wir fünf – Crispin, Eva, Johannes, Ole und ich – von den rund 40 Landessprechern aller Bundesländer zu den bundesweiten Vertretern aller 2.700 FÖJler gewählt.

Wir hatten alle wahnsinnigen Respekt vor dieser gewaltigen Aufgabe, unsere Vorgänger bereiteten uns jedoch gut darauf vor. Wir haben jeder einen Ordner voll mit Informationen, Protokollen und wichtigen Adressen bekommen. Die vier haben uns den Einstieg wirklich leicht gemacht und uns viele wertvolle Tipps mit auf den Weg gegeben. Zum Beispiel, dass wir wirklich jede Woche eine Telefonkonferenz bräuchten,  uns einen gemeinsamen Online-Kalender anlegen sollten, wie wir Kostenaufstellungen machen, was wir als nächstes tun sollten und und und.

Sonja und Britta, unsere beiden “Bundessprecher-Betreuerinnen” haben uns dann auch direkt mit Terminen und Organisatorischem konfrontiert:

– Vom 19.-21.11. ist das BAK-Jahrestreffen in Schwerin, da können zwei von euch mit,
– Anfang März ist die nächste BDK – seid ihr mit dem Haus hier zufrieden, oder wollt ihr ein neues raussuchen?
– Möglichst schnell solltet ihr eurer erstes Bundessprechertreffen organisieren und dafür eine Kostenaufstellung ans BAFzA (Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben) schicken.

Direkt zwei Tage später hatten wir unsere erste Telefonkonferenz, haben geklärt, wer nach Schwerin fährt, wollten die nächste BDK im selben Haus veranstalten (das Essen ist einfach unschlagbar!) und haben uns schon die ersten Gedanken zum Treffen gemacht.
Wir waren über Nacht Betreuer unserer Facebook-Seite, sollten Steckbriefe erstellen,
haben den Blog und die offizielle Bundessprecher-Mailadresse übernommen und eine Anfrage von einer neu entstehenden Fachzeitschrift zum Thema Freiwilligendienste erhalten, einen Gastbeitrag zu verfassen. Haben wir dann natürlich auch. Erscheinen wird die Zeitschrift wohl im März.

BAK-treffenEva und ich waren in Schwerin und haben dort unter anderem viele Infos zur Bund Länder Klausur Tagung zu Freiwilligendiensten bekommen. Dort treffen sich einmal im Jahr Vertreter des BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und des BAFzA, sowie die Ländervertreter der Freiwilligendienste. Bis 2010 durften auch die Sprecher der Träger und die Bundessprecher daran teilnehmen, danach aus Zeitmangel nicht mehr.
Gegen diesen Rausschmiss müssen wir vorgehen, haben wir uns gedacht, weiter Material dazu gesammelt und uns etwas ausgedacht – später mehr dazu.

Wir haben beschlossen, das erste Bundessprechertreffen im Januar in Berlin stattfinden zu lassen und es an die “Wir haben es satt” Demo zu knüpfen. Dafür haben wir ein Programm ausgearbeitet, eine Unterkunft gesucht, eine Kostenaufstellung angefertigt und diese vom BAFzA bestätigen lassen.

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Noch bevor das erste Bundessprechertreffen stattfand, haben wir schon das zweite geplant. Das findet übrigens dieses Wochenende in München statt. Also wieder Programm, Unterkunft, Kosten. Nebenbei durften wir natürlich auch die 2. BDK nicht vergessen:
Programm planen, Einladungen schreiben, wer soll Referent sein? Referenten einladen und bestätigen lassen. Als sich nach Ablauf der von uns gesetzten Anmeldefrist leider nur etwa die Hälfte aller Landessprecher gemeldet hatten, mussten wir hinterherrennen und telefonieren. Jetzt sieht’s zum Glück langsam ganz gut aus. Wie war das noch mit den Referenten? Müssen wir die mit angeben beim BAFzA? Bekommen die Fahrt und Unterkunft erstattet? Was genau müssen wir dafür machen? Was ist eigentlich mit einer Kostenaufstellung? Alles Fragen, die geklärt werden mussten.

Wir haben dem BAFzA eine komplette Jahresterminübersicht inklusive Kostenprognose aufgestellt und unsere “Politikerwoche“ im Juni bereits geplant. Das ist eine Woche, die zum Ende des Jahres stattfindet, wenn die Bundessprecher sich thematisch gut eingearbeitet haben, um dann in Berlin mit Abgeordneten von möglichst jeder Fraktion zu sprechen, die in irgendeiner Art für das FÖJ zuständig sind und sich auskennen. Dort wird dann über FÖJ-Politik, Partizipationsmöglichkeiten und Forderungen diskutiert. Wir haben schon von vier von fünf Fraktionen eine Zusage – alle in derselben Woche. Ich kam mir übrigens ziemlich cool vor, als ich zur Terminbestätigung ständig Anrufe aus dem Bundestag entgegen nehmen durfte. 😉

Neben der ganzen Arbeit gilt auch weiterhin: Jede Woche telefonieren (manchmal tun wir das sogar 2x und wir haben immer genügend wichtige Themen), die FÖJler über die Landessprecher durch Mails, Blog und Facebook auf dem Laufenden halten, Kontakt zu den Trägern halten, Kontakt zu den Landessprechern und den Arbeitskreisen halten, Infos zusammentragen und auswerten und natürlich auch zusammen rumalbern und Spaß haben – das darf echt nicht zu kurz kommen.

Ich habe mir dann die Aufgabe zu Herzen genommen, diesem Blog hier mal eine benutzerfreundlichere Oberfläche zu verleihen (schöner als vorher, oder?), ihn inhaltlich upzudaten und einen Downloadbereich ins Leben zu rufen, für den ich überall Konzepte und sonstigen Krams gesucht hab. Ernesto, der diesen ganzen foej.net-Server hier übrigens seit einer halben Ewigkeit betreut, meinte, unser Jahrgang ist im Forum und im Blog einfach wahnsinnig aktiv, wir hätten die Nutzung massivst gesteigert und er könne sich vor Anfragen der Landessprecher, die alle eine foej.net-Mailadresse haben wollen, gar nicht mehr retten. So hohes Interesse daran gab es wohl noch nie. Ihn kennt übrigens jeder irgendwie aber kaum jemand hat ihn schon einmal zu Gesicht bekommen. Deshalb wird er auf unserer nächsten BDK im März dabei sein! Der Server wird durch einen Antrag von uns nun sogar vom BAFzA bezahlt.
Ernesto meinte noch sowas wie: „Ach, das klappt nie, das braucht ihr gar nicht erst probieren“.

Wir Bundessprecher sind nebenbei aber auch noch Landes- und Gruppensprecher und dürfen die Arbeit auf Landesebene nicht vernachlässigen – ist ja klar.
Oh und jetzt hoch aktuell: der Bundesaktionstag! Der plant sich auch nicht von selbst.
Dabei brauchen wir übrigens dringend eure Unterstützung!

Eva und ich waren am 08.02. in Wiesbaden bei Volunta (FSJ- und FÖJ-Träger) und haben mit denen und dem Stellvertreter des hessischen Landeschefs des Deutschen Roten Kreuzes über die Bund-Länder-Klausur-Tagung diskutiert. Wir haben erklärt, was das Sprechersystem eigentlich ist, was die Sprecher so machen, was unser Anliegen bezüglich der Tagung ist, was wir für den Bundesaktionstag planen und wir haben uns klar und deutlich für die Einführung eines Sprechersystems in anderen Freiwilligendiensten ausgesprochen. Es ist echt sinnvoll, als Sprecher guten Kontakt zu seinem Träger zu behalten. Die FÖJler kommen und gehen in jedem Jahr neu – die Träger aber bleiben und können Erfahrungen und Tipps weitergeben.
Zu der Tagung gibt es hoffentlich bald Neuigkeiten – ist alles noch top secret was wir grad machen. 😉

Zum Bundesaktionstag erfahrt ihr nächste Woche mehr wenn wir unser 2. Bundessprechertreffen in München hatten; das Datum könnt ihr euch aber schon einmal dick und rot im Kalender anstreichen: Samstag der 22.06. in Berlin! Und schon vom 01.-03. März ist die 2. Bundesdelegiertenkonferenz, auf der alle Landessprecher dann ein zweites Mal in Hannover zusammen treffen.

Treffen über Treffen und Arbeit über Arbeit.
An dieser Stelle erlaub ich mir dann auch mal ein Eigenlob:
Wir fünf sind ein unglaublich hoch motiviertes, engagiertes Team!
Wir arbeiten super zusammen, schätzen unsere Arbeit gegenseitig wert und verstehen uns auch neben der Arbeit total gut. Ich bin wirklich froh darüber, euch als Partner zu haben, auf die ich mich verlassen kann. Die Arbeit ist echt nicht immer ganz einfach und sie erfordert viele Nerven und Geduld, viel Fingerspitzengefühl, Organisationstalent, Flexibilität, Zuverlässigkeit, Reflektionsfähigkeit und vor allem viel, viel Zeit! Dass wir so gut miteinander klar kommen, dass wir diese Eigenschaften mitbringen, uns gut ergänzen und verständnisvolle, stolze Einsatzstellen haben, die uns die Zeit für die Sprecherarbeit geben, das merkt man auch, glaube ich, anhand der vielen Dinge, die wir bis jetzt schon geleistet haben. Ihr werdet es aber auch weiterhin merken, denn wir haben noch viel vor! Auf das nächste halbe Jahr! 🙂