Blümchen für Bienchen – Der kleine aber feine eLAT in NRW

Ein Bericht von Pia

Es ist Samstag, kurz vor zwölf in Köln. Anna, eine FöJlerin der Biostation Haus Bürgel in Monheim, und ich sind auf dem Weg zum Treffpunkt mit den anderen. Hamid, ein guter Freund begleitet uns. Er scheint sich an unserem chaotischen Hin und Her nicht zu stören, während wir etwas orientierungslos versuchen, den Heinrich-Böll-Platz zu finden, an dem wir die weiteren FöJler*innen antreffen sollen. Unwissend, wer oder was uns dann erwarten sollte, finden wir schließlich den Weg. War ja einfach…
Schlussendlich treffen wir also gerade rechtzeitig am vereinbarten Treffpunkt an und begrüßen die Hand voll Leute, die dort schon in voller Montur auf uns wartet. Alle haben sie FöJ-T-Shirts an. Da ich nur einen von ihnen, Alex, etwas näher kenne, begrüße ich ihn mit einer Umarmung, stelle mich den anderen vor und schnappe mir ebenfalls ein T-Shirt. Hamid kann sich auch eines ausleihen. „Trag Dich nur in die Liste ein. Wenn Du es verlierst oder kaputt machst, Musst Du dann nämlich bezahlen“, erklärt mir Alex mit einem Schmunzeln.
Wir entschließen uns dazu, uns auf einer Wiese niederzulassen; Das Wetter lädt geradezu dazu ein. Um uns herum tummeln sich hunderte von Menschen. Ich frage mich, ob wohl irgendeiner von ihnen schon einmal vom FöJ gehört oder es vielleicht sogar selber betrieben hat… Ein paar Bienen summen um uns herum, während wir mit Blumenerde, -samen und Ton rummatschen, um daraus Saatbälle für die kleinen Honigmäuler zu formen. Mit leeren Bierflaschen, die wir von umstehenden Partykanonen ergattern konnten, versuchen wir, den Ton zu Mörsern.
Die einen beschäftigen sich mit den Kügelchen, Melina und ich machen uns eifrig daran, regelrechte Kunstwerke aus den Briefumschlägen zu machen, die wir als Verpackung dabei haben. Ein Glück habe ich Kekse eingepackt, die sind für die volle Entfaltung unserer schöpferischen Kraft sehr hilfreich. Also verbringen wir die meiste Zeit damit, uns zu unterhalten, rumzualbern, Kekse zu mampfen und die Sonne zu genießen. Währenddessen macht Hamid Hermann doch tatsächlich weiß, er sei dreißig Jahre alt, obwohl er erst neunzehn ist. Hermann und ich stellen fest, dass der Mann, der die gesamte Zeit, in der wir da sind, neben uns liegt und friedlich schlummert, der Inbegriff eines erfüllten Lebens sein muss.
Als ich auf einen der Briefumschläge eine Biene male, kommt diese mir zunächst suspekt vor. Ich weiß, dass irgendetwas fehlt… „Die hat ja gar keine Flügel. Und keine Beine. Und wo ist der Stachel?“, lacht Melina, als sie auf meine Zeichnung sieht, „Das ist einfach nur ein gelbes gestreiftes Oval!“, „Ich wusste, ich habe etwas vergessen!“, sage ich, als es mir wie Schuppen von den Augen fällt. Jetzt lacht auch Hermann und ich kann nicht anders, als mit einzustimmen. Es ist wirklich schön, so unbeschwert gemeinsam lachen zu können.
Als wir dann doch mal fertig sind, mit all dem Malen und dem Verschönern des Gehweges mit Kreide, fangen wir an, die befüllten Briefumschläge zu verteilen. Manche Leute lehnen das Angebot schlichtweg ab, andere lassen sich darauf ein und wieder welche können es gar nicht erwarten, einen der Umschläge in der Hand zu halten.
Es ist gar nicht so einfach, auf diese Menschen zu zugehen. Ich muss daran denken, wie Nerv tötend es sein kann, wenn man einen entspannten Tag verbringen will und dann ständig Leute auf einen zu kommen, um einem alles Mögliche anzudrehen. Wir versuchen unser Glück vor allem bei denjenigen, die bereits irgendwo sitzen. Die sollten unserer Vermutung nach zumindest nicht gestresst und entnervt sein. Das funktioniert sogar ziemlich gut. Wir malen eine Pusteblume nach der anderen auf den Gehweg. Immer dort, wo wir das FöJ wieder einer neuen Person nahe bringen konnten.
Auch wenn der eLAT in unserem Bundesland recht klein ausgefallen ist, so hatten wir doch einen erfolgreichen Tag voller Sonnneschein, Freude und Gespräche mit interessierten Menschen. Außerdem war der künstlerische Wert von ungemeiner Bedeutung, haha. Na, jedenfalls war das unser eLAT. Und wie war es bei euch?

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