Archiv der Kategorie: FÖJ in den Bundesländern

Blümchen für Bienchen – Der kleine aber feine eLAT in NRW

Ein Bericht von Pia

Es ist Samstag, kurz vor zwölf in Köln. Anna, eine FöJlerin der Biostation Haus Bürgel in Monheim, und ich sind auf dem Weg zum Treffpunkt mit den anderen. Hamid, ein guter Freund begleitet uns. Er scheint sich an unserem chaotischen Hin und Her nicht zu stören, während wir etwas orientierungslos versuchen, den Heinrich-Böll-Platz zu finden, an dem wir die weiteren FöJler*innen antreffen sollen. Unwissend, wer oder was uns dann erwarten sollte, finden wir schließlich den Weg. War ja einfach… Weiterlesen

Fachtagung „Ein Jahr Freiwilligendienste mit Flüchtlingsbezug“

Am 6. März 2017 konnte Saskia an einer Fachtagung des Bundesministeriums teilnehmen. Dabei ging es neben dem Sonderkontigent „Freiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug“, das 2018 auslaufen wird, vor allem um grundsätzliche Fragen der Rahmenbedingungen für Geflüchetete im Freiwilligendienst.

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Hallo, Frau Schwesig

Zu einem Abendempfang der Bundesfrauenministeriums anlässlich des Internationalen Frauentag 2017 braucht es nicht weniger als eben die perfekten Rahmenbedingungen. Wie und ob ein Ministerium das auf die Beine stellen kann, lässt sich hiermit eventuell herausfinden.

Zwei Bundessprecherinnen, Saskia und Anna, konnten beim diesjährigen Empfang am 7. März in Berlin dabei sein. So machten wir uns auf den Weg in Richtung „Unter den Linden“, was uns schon den ersten Hinweis auf den weiteren Verlauf des Abends geben sollte.

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Meine Arbeit im Bischofswerdaer Tier- und Kulturpark

Wie kommt man auf ein freiwilliges ökologisches Jahr?

Mein Name ist Christina Helle. Ich bin 18 Jahre alt und seit dem 01. September 2016 freiwillig ökologisch Arbeitende im Tier- und Kulturpark im schönen Bischofswerda. 2016 war für mich ein ziemlich chaotisches Jahr. Ich ging auf ein Gymnasium, arbeitete jeden Tag meinen Stundenplan ab, übte fleißig Physik und Mathe, schrieb Aufsätze in Deutsch, Russisch und Englisch – so sah mein Leben damals aus. Hektisch: immer von einer Bahn in die nächste springen, nie länger als bis 04:30 Uhr schlafen und nie eher nach Hause kommen als 18 Uhr. Das Abi ist nicht für jeden ein Zuckerschlecken und ich arbeitete damals wirklich hart um mein Ziel zu erreichen ein gutes Abi in der Tasche zu haben, zu studieren und Lehrerin zu werden. Ich wusste nie wirklich was ich beruflich machen sollte. Mir war nur eins klar: Weiterlesen

Einheitlicher Landesaktionstag (ELAT) – „Samenspender – Blümchen für Bienchen“

 

„Samenspender“ T-Shirt

Wie sein kleiner Bruder, der Landesaktionstag und sein Stiefbruder, der Bundesaktionstag, so ist auch der Einheitliche Landesaktionstag eine lange Tradition im FÖJ. Der ELAT findet immer an einem einheitlichen Termin mit einem einheitlichen Thema in jedem Bundesland Deutschlands statt.

Am 08.04. diesen Jahres geht es in die nächste Runde!

Wir aus dem Arbeitskreis für den ELAT haben uns  diesmal ein sehr anstößiges Konzept überlegt. 😉 Es geht um Samen und Samenspenden vor allem aber um Blümchen und Bienchen sowie das FÖJ.

In den modernen Gärten gibt es immer weniger Pflanzen die genügend Nektar oder Pollen produzieren, um den Bienen als Nahrung zu dienen. Auch die Honigproduktion wird dadurch erschwert. Zudem macht die Varoamilbe, ein Parasit der sich im inneren der Waben fortpflanzt, den Bienen schwer zu schaffen. Um dem entgegen zu wirken möchten wir beim ELAT 2017 in den Städten Samentütchen verteilen, sodass die Bienchen wieder Blümchen finden können.

„Blümchen für Bienchen!“

Bei der Aktion werden wir T-shirts tragen, auf denen unser Motto Samenspender geschrieben steht. Dies wird sicher zu manch einem interessanten Gespräch über die Bienen, aber auch über uns und das FÖJ führen.

Wir hoffen sehr möglichst viele von euch zu sehen.

Wenn ihr nach Mitfahrgelegenheiten sucht oder noch Fragen habt wendet euch an die zuständigen Kontaktpersonen unten in der Liste.

Euer AK ELAT!

 

 

Bundesland Stadt Ansprechpartner
Baden-Württemberg Karlsruhe Joshua

Joshua.foerg@foej.net

Bayern München Meike

Meike.lehner@foej.net

Berlin Berlin Clemens

Clemens.friedrich@foej.net

Brandenburg  Schwedt Lea

leapotrafke@web.de

Bremen Osnabrück Leandro

Leandro.fangmann@foej.net

Hamburg Hamburg Cara

Cara.knief@foej.net

Hessen Frankfurt a.M. Finn

Finn.muench@foej.net

Mecklenburg-Vorpommern Jorinde

Jorinde.rieger@foej.net

Niedersachsen Osnabrück Malin

Malin.voget@foej.net

Nordrhein-Westfahlen Alex

Alexander.bellini@foej.net

Rheinland-Pfalz Pippo

Philipp.blum@foej.net

Saarland Niklas

Niklas.vomhagen@foej.net

Sachsen Dresden Sandro

Der-sandro-emmerich@web.de

Sachsen-Anhalt Magdeburg Robin

Robin.thöne@foej.net

Schleswig-Holstein Kiel David

David.benkel@foej.net

Thüringen

 

 

Forstamt Lampertheim: Anpacken im FÖJ

Darauf kann man Stolz sein!

Tim Lohrbächer, ein FÖJ’ler aus Südhessen, hat zusammen mit seiner Einsatzstelle „Forstamt Lampertheim“ eine Brücke im Naturschutzgebiet Biedensand in Lampertheim gebaut.

„Der Bau der Brücke dauerte circa einen Monat. Es war eine sehr spaßige, wenn auch aufwendige Arbeit. Das präzise arbeiten und bei allem von Anfang bis Ende dabei zu sein und mitzuhelfen hat sehr viel Spaß gemacht. Ganz besonders war natürlich das Erfolgsgefühl nach getaner Arbeit, zu sehen etwas so großes, wichtiges gebaut zu haben. Eine Brücke, die jetzt wieder circa 20 Jahre lang dort stehen wird.
Eine Arbeit, die ich definitiv nicht mehr vergessen werde und deren Ergebnis ich mir immer wieder gerne anschaue.“

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FÖJ am Helmholtz Zentrum in München – Emily

Ein riesiger Campus, Sportanlage, Park, Kindergarten und Mensa. Wer das Forschungszentrum in Neuherberg zum ersten Mal sieht ist erstmal erstaunt von der Größe. Das Gelände alleine ist riesig, die Abteilungsanzahl ebenfalls bemerkenswert.

Der Empfang ist herzlich und man wird gerne aufgenommen. Am Anfang ist es vielleicht chaotisch, denn man gewöhnt sich an sein Umfeld und das Umfeld an dich sowie die Verantwortung, die damit einhergeht.

Nicht alle FÖJ’ler, die ans Helmhotz Zentrum gehen, werden dieselben Erfahrungen zu berichten haben, denn hier gibt es bis zu 4 freie FÖJ Stellen im Jahr an verschiedenen Einsatzstellen.

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„Wir haben es satt!“ – I have a dream von Elena Schwind

Ich war eine Gesandte, Botschafterin und zynische Zungen mögen behaupten ein Tropfen auf den heißen Stein.

Ich war Teil einer Masse, eine sich bewegende Menschen-Masse mit einer Meinung und einer Forderung.

Ich bin gewillt, mein Land mitzugestalten, für eine bessere Gegenwart und Zukunft zu kämpfen, die Demokratie auszufüllen und ich bin bereit, mich den Dingen entgegenzustellen. Ehrlich gesagt, eigentlich zweifle ich am gesamten Wirtschaftssystem.

Aber am 21. Januar wollte ich mit meiner Anwesenheit in Berlin den Rest der Bevölkerung dazu bringen, ihr Augenmerk auf einen konkreten Themenbereich zu lenken. Und ebendieser ist so unfassbar wichtig und einflussnehmend wie kaum etwas anderes. Die Landwirtschaft.

Nahrung, existenznotwendig für jeden einzelnen Menschen auf dieser Erde. Sie gestaltet unsere Umgebung; wo nicht gerade Bäume oder Golfanlagen stehen, wird die Landschaft zur Produktion von Lebensmitteln genutzt und die Art und Weise hat sich im letzten halben Jahrhundert ziemlich problematisch entwickelt. Intensivierung, Mechanisierung, Spezialisierung haben zu einer Industrialisierung der Landwirtschaft geführt. Für den größtmöglichen Ertrag Profit werden großflächige Monokulturen mit Gift in Schach gehalten, ein unterbrochener Kreislauf ganz entgegen der Grundstrukturen unseres Lebens. Tier- und Pflanzenarten wird ihr Lebensraum genommen, Zerstörung der natürlichen Merkmale und Funktionen des Bodens, Erosion, Versauerung, Versalzung. Agrobusiness steht nicht nur für eine Massen- und Überproduktion, wodurch der moderne, abgestumpfte, ausblendende, bezugslose Voll-Konsument alles, immer schön billig kaufen kann sondern es steht auch für hinter verschlossenen Türen agierende, profitorientierte Ausbeutung zu Lasten der Natur und vor allem längerfristig gesehen zum Schaden des Menschen, ganz im Sinne des -pardon- kapitalistischen Egoismus. Preisdruck, Exportsubventionen, Höfesterben, Rodung, Auslaugung, Begradigung, Tierquälerei, Plastikwahn, Antibiotikaprophylaxe, Überdüngung…wir verlieren und zwar mit leeren Händen. Wir sollten nicht unsere Lebensgrundlage vernichten, jeder kennt den Spruch „Man sägt nicht an dem Ast, auf dem man sitzt.“, doch noch rutscht alles weiter den schlammigen Abhang hinunter.

In Mischkulturen in kleinen und mittleren bäuerlichen Betrieben können genug Lebensmittel erzeugt werden (*) und das in einem Zusammenspiel von Biosphäre, Wasser, Boden, Klima, Relief und Mensch, schonend, fair, artgerecht und nachhaltig. Und genau dort liegt der Knackpunkt, Nachhaltigkeit ist etwas, das man nicht sofort sehen kann, es hat keine positiven Auswirkungen auf jemandes Kontostand. Nur die Erde, auf der wir nebenbei bemerkt nur Gäste sind, und alle ihre Bewohner können einen Profit ziehen, der lediglich aus „Leben“ besteht. Aber vor Verantwortung wird sich gemeinhin gerne gedrückt, man lebt in einer Illusion von egozentrischer Vormachtstellung. Die Politik lässt zu und gibt Impulse in die falsche Richtung, es ist Zeit für eine gesunde Wende.

Und dafür habe ich demonstriert. Dies ist eine der wenigen Optionen, die einem als Bürger so offenstehen, vielleicht ist es auch die bequemste. Denn wer hat schon die Ausdauer und Größe sich im parteilichen Dschungel zu behaupten und von unteren bürokratischen Instanzen etwas zu bewegen? Keine Schneeflocke in der Lawine fühlt sich verantwortlich… Erhebt euch, tretet ein gegen Missstände, jede Stimme ist eine Stimme mehr, steter Tropfen höhlt den Stein.

 

 

Ich muss meine Gefühle von Wut, Traurigkeit und Hilflosigkeit nicht herunterwürgen, wo sie mir als verhärteter Klumpen die Luft zum Atmen nehmen. Ich verwandle sie in lauten Protest, in umsichtiges Konsumverhalten und in ein freiwilliges Jahr. Meine wunderschöne Zeit auf einem Bio-Bauernhof hat mich schon jetzt geformt, geprägt und gefestigt.

Ich möchte hinzufügen, für alle die, die diesen Text als weichgekochte, realitätsferne Öko-Fantastereien abtun, dass ich um die wahnsinnige Komplexität dieses Themas weiß. Es ist nicht alles so einfach umzusetzen und zu verändern, wie ich es mir gerne wünschen würde, doch es gibt einen Weg. Und wer das verleugnet, ist einfach nur dumm. Ich sage dann gerne, schaut in die Vergangenheit, zu Urgroßmutterszeiten war das Wirtschaften noch in einem geschlossenen Kreislauf, natürlich aber auch wesentlich entbehrungsreicher und härter. Niemand will ernsthaft in diesen aufopferungsvollen Zustand zurück. Deswegen: Lasst uns die Vorzüge und das Wissen unseres neuen Zeitalters verträglich nutzen, für unsere Heimat, unser Zuhause.

 

*Sehr zu empfehlen ist dazu der Film „10 Milliarden- Wie werden wir alle satt?“