Rückblick auf das Bundesaktionswochenende in Berlin – Wir sind ein Rekordjahr!

Zu unserem ersten Bundesaktionswochenende vom 9.-11. Juni  haben sich um die 100 FÖJ’ler*innen aus ganz Deutschland in Berlin zusammengefunden.

Nach und nach sind am Freitag alle im Jugendhaus Königstadt eingetroffen. Im Laufe des Abends haben wir uns gegenseitig kennengelernt und es gab durch den Film „10 Milliarden – wie werden wir alle satt“ einen Einstieg in das Thema des Wochenendes: Lebensmittelverschwendung.

Nach einer Nacht, bei der die Hälfte von uns im Jugendhaus Königstadt und die andere Hälfte bei Berliner FÖJ’ler*innen untergebracht waren, trafen wir uns zum Frühstück alle wieder im Königstadt.

Beim Workshop G20 rauchen die Köpfe
Beim Workshop G20 rauchen die Köpfe

Den Samstagvormittag über konnten wir uns in verschiedenen Workshops, wie z. B. „Naturschutz gegen Rechtsextremismus“ über aktuelle Themen informieren und austauschen. Andere FÖJ’ler*innen hingegen haben die Aktionen für das Umweltfestival am Sonntag vorbereitet.

Am Nachmittag haben viele FÖJ’ler*innen an einer Demonstration teilgenommen, während parallel das Essen für ein gemeinsames Grillen am Abend vorbereitet wurde. Ein Highlight waren dabei die veganen „Grillsteaks“. Insgesamt haben

wir uns das Wochenende über vegan und teilweise von geretteten Lebensmitteln ernährt.

Im Anschluss ans Grillen fand eine Open Stage mit tollen musikalischen Einlagen statt und es wurde noch lange gefeiert.

Am Sonntagmorgen haben wir unsere Schlafsäcke wieder eingepackt und nach einem gemeinsamen Aufräumen haben sich alle auf zum Umweltfestival am Brande
nburger Tor gemacht.

Wir möchten für das Wochenende ein großes Dankeschön an die Berliner FÖJ’ler*innen und den AK BAT richten, die das Wochenende ermöglicht haben.

Ein großer Dank gilt auch dem Jugendhaus Königstadt und insbesondere Lennard, die uns eine perfekte Location und viel Unterstützung geboten haben.

Und hier ein Erfahrungsbericht zur Aktion auf dem Umweltfestival von einer FÖJ’lerin:

Bei strahlendem Sonnenschein, krasser Hitze oder super Sonnenbrandwetter, wie ich es gerne nennen würde, wurde ab 11 Uhr ein FÖJ-Stand auf dem 22. Umweltfestival der Grünen Liga auf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor, von waschechten FÖJ‘ler*innen betreut.

Aber wie es sich so für uns gehört, haben wir uns nicht damit abgefunden einfach rumzustehen und zu hoffen, dass jemand vorbei kommt. Nein, wir hatten eine Botschaft:
„IN DEN TOPF STATT IN DIE TONNE!“
Dazu wurde in verschiedenen Workshops am Tag zuvor, bei denen ich leider nicht mit dabei sein konnte, mit viel Liebe eine tragbare Mülltonne gebastelt, mit welcher auf das Thema Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht wurde.
Das heißt, eine Person, die in dieser Tonne steckte (unter anderem ich) sowie FÖJ’ler*innen mit Schildern und  in Obst- und Gemüse-Kostümen sind über das Festivalgelände gelaufen und haben (fast) alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Aber auch damit nicht genug.
Das lustigste aus meiner Sicht waren wohl die FÖJ-Flashmobs an diesem Tag.
Ein Zug aus Karotten, Tomaten, Äpfeln, Erbsen, Zitronen usw. lief  – keine Sorge, es handelte sich um nichts Mutiertes, das waren einfach nur verrückte FÖJ’ler*innen, die sich trotz der Hitze in Kostüme geworfen hatten – hin und her. Sie riefen immer verzweifelter „Wir sind noch frisch“ und „Esst uns, esst uns!“. Denn neben ihnen liefen zwei Marktschreier*innen, die alles Obst und Gemüse auf den „Gemüsefriedhof“ brachten, welches braune Stellen hatte, nicht der Norm entsprach oder sonst irgendwelche Mängel aufwies.
Auf dem Friedhof angekommen, waren sich Gemüse und Obst einig:
Sie sind zu schade für den Müll und immer noch gut! Was für eine Gemeinheit sie einfach wegzuwerfen.
Deshalb riefen sie dann Lautstark: „IN DEN TOPF STATT IN DIE TONNE!“.

Der Gemüseflashmob – uns kann man noch essen!
Der Gemüseflashmob – uns kann man noch essen!

Aber auch das Theaterstück zum Thema virtuelles Wasser war ein echter Hingucker.
Mit verkleideten FÖJ’ler*innen wurde der Herstellungsprozess eines Steaks gezeigt und immer wieder liefen einige von uns wie Nummerngirls beim Boxen herum und zeigten wie viel Wasser grad wieder verbraucht wurde.

All diese Aktionen waren wirklich klasse und konnten nur durch die gemeinsame Vorarbeit in den Workshops funktionieren.
Vielen Dank dafür! Gemeinsam sind wir stark!

(Anne)

 

Zuallerletzt:

Toll, dass ihr alle nach Berlin gekommen seid! Nur durch euch konnte das Wochenende mit seinen Aktionen zu einer unvergesslichen Erinnerung werden.

Eure Bundesdelegierten

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Fachtagung „Ein Jahr Freiwilligendienste mit Flüchtlingsbezug“

Am 6. März 2017 konnte Saskia an einer Fachtagung des Bundesministeriums teilnehmen. Dabei ging es neben dem Sonderkontigent „Freiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug“, das 2018 auslaufen wird, vor allem um grundsätzliche Fragen der Rahmenbedingungen für Geflüchetete im Freiwilligendienst.

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Hallo, Frau Schwesig

Zu einem Abendempfang der Bundesfrauenministeriums anlässlich des Internationalen Frauentag 2017 braucht es nicht weniger als eben die perfekten Rahmenbedingungen. Wie und ob ein Ministerium das auf die Beine stellen kann, lässt sich hiermit eventuell herausfinden.

Zwei Bundessprecherinnen, Saskia und Anna, konnten beim diesjährigen Empfang am 7. März in Berlin dabei sein. So machten wir uns auf den Weg in Richtung „Unter den Linden“, was uns schon den ersten Hinweis auf den weiteren Verlauf des Abends geben sollte.

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Meine Arbeit im Bischofswerdaer Tier- und Kulturpark

Wie kommt man auf ein freiwilliges ökologisches Jahr?

Mein Name ist Christina Helle. Ich bin 18 Jahre alt und seit dem 01. September 2016 freiwillig ökologisch Arbeitende im Tier- und Kulturpark im schönen Bischofswerda. 2016 war für mich ein ziemlich chaotisches Jahr. Ich ging auf ein Gymnasium, arbeitete jeden Tag meinen Stundenplan ab, übte fleißig Physik und Mathe, schrieb Aufsätze in Deutsch, Russisch und Englisch – so sah mein Leben damals aus. Hektisch: immer von einer Bahn in die nächste springen, nie länger als bis 04:30 Uhr schlafen und nie eher nach Hause kommen als 18 Uhr. Das Abi ist nicht für jeden ein Zuckerschlecken und ich arbeitete damals wirklich hart um mein Ziel zu erreichen ein gutes Abi in der Tasche zu haben, zu studieren und Lehrerin zu werden. Ich wusste nie wirklich was ich beruflich machen sollte. Mir war nur eins klar: „Meine Arbeit im Bischofswerdaer Tier- und Kulturpark“ weiterlesen

Forstamt Lampertheim: Anpacken im FÖJ

Darauf kann man Stolz sein!

Tim Lohrbächer, ein FÖJ’ler aus Südhessen, hat zusammen mit seiner Einsatzstelle „Forstamt Lampertheim“ eine Brücke im Naturschutzgebiet Biedensand in Lampertheim gebaut.

„Der Bau der Brücke dauerte circa einen Monat. Es war eine sehr spaßige, wenn auch aufwendige Arbeit. Das präzise arbeiten und bei allem von Anfang bis Ende dabei zu sein und mitzuhelfen hat sehr viel Spaß gemacht. Ganz besonders war natürlich das Erfolgsgefühl nach getaner Arbeit, zu sehen etwas so großes, wichtiges gebaut zu haben. Eine Brücke, die jetzt wieder circa 20 Jahre lang dort stehen wird.
Eine Arbeit, die ich definitiv nicht mehr vergessen werde und deren Ergebnis ich mir immer wieder gerne anschaue.“

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FÖJ am Helmholtz Zentrum in München – Emily

Ein riesiger Campus, Sportanlage, Park, Kindergarten und Mensa. Wer das Forschungszentrum in Neuherberg zum ersten Mal sieht ist erstmal erstaunt von der Größe. Das Gelände alleine ist riesig, die Abteilungsanzahl ebenfalls bemerkenswert.

Der Empfang ist herzlich und man wird gerne aufgenommen. Am Anfang ist es vielleicht chaotisch, denn man gewöhnt sich an sein Umfeld und das Umfeld an dich sowie die Verantwortung, die damit einhergeht.

Nicht alle FÖJ’ler, die ans Helmhotz Zentrum gehen, werden dieselben Erfahrungen zu berichten haben, denn hier gibt es bis zu 4 freie FÖJ Stellen im Jahr an verschiedenen Einsatzstellen.

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„Wir haben es satt!“ – I have a dream von Elena Schwind

Ich war eine Gesandte, Botschafterin und zynische Zungen mögen behaupten ein Tropfen auf den heißen Stein.

Ich war Teil einer Masse, eine sich bewegende Menschen-Masse mit einer Meinung und einer Forderung.

Ich bin gewillt, mein Land mitzugestalten, für eine bessere Gegenwart und Zukunft zu kämpfen, die Demokratie auszufüllen und ich bin bereit, mich den Dingen entgegenzustellen. Ehrlich gesagt, eigentlich zweifle ich am gesamten Wirtschaftssystem.

Aber am 21. Januar wollte ich mit meiner Anwesenheit in Berlin den Rest der Bevölkerung dazu bringen, ihr Augenmerk auf einen konkreten Themenbereich zu lenken. Und ebendieser ist so unfassbar wichtig und einflussnehmend wie kaum etwas anderes. Die Landwirtschaft.

Nahrung, existenznotwendig für jeden einzelnen Menschen auf dieser Erde. Sie gestaltet unsere Umgebung; wo nicht gerade Bäume oder Golfanlagen stehen, wird die Landschaft zur Produktion von Lebensmitteln genutzt und die Art und Weise hat sich im letzten halben Jahrhundert ziemlich problematisch entwickelt. Intensivierung, Mechanisierung, Spezialisierung haben zu einer Industrialisierung der Landwirtschaft geführt. Für den größtmöglichen Ertrag Profit werden großflächige Monokulturen mit Gift in Schach gehalten, ein unterbrochener Kreislauf ganz entgegen der Grundstrukturen unseres Lebens. Tier- und Pflanzenarten wird ihr Lebensraum genommen, Zerstörung der natürlichen Merkmale und Funktionen des Bodens, Erosion, Versauerung, Versalzung. Agrobusiness steht nicht nur für eine Massen- und Überproduktion, wodurch der moderne, abgestumpfte, ausblendende, bezugslose Voll-Konsument alles, immer schön billig kaufen kann sondern es steht auch für hinter verschlossenen Türen agierende, profitorientierte Ausbeutung zu Lasten der Natur und vor allem längerfristig gesehen zum Schaden des Menschen, ganz im Sinne des -pardon- kapitalistischen Egoismus. Preisdruck, Exportsubventionen, Höfesterben, Rodung, Auslaugung, Begradigung, Tierquälerei, Plastikwahn, Antibiotikaprophylaxe, Überdüngung…wir verlieren und zwar mit leeren Händen. Wir sollten nicht unsere Lebensgrundlage vernichten, jeder kennt den Spruch „Man sägt nicht an dem Ast, auf dem man sitzt.“, doch noch rutscht alles weiter den schlammigen Abhang hinunter.

In Mischkulturen in kleinen und mittleren bäuerlichen Betrieben können genug Lebensmittel erzeugt werden (*) und das in einem Zusammenspiel von Biosphäre, Wasser, Boden, Klima, Relief und Mensch, schonend, fair, artgerecht und nachhaltig. Und genau dort liegt der Knackpunkt, Nachhaltigkeit ist etwas, das man nicht sofort sehen kann, es hat keine positiven Auswirkungen auf jemandes Kontostand. Nur die Erde, auf der wir nebenbei bemerkt nur Gäste sind, und alle ihre Bewohner können einen Profit ziehen, der lediglich aus „Leben“ besteht. Aber vor Verantwortung wird sich gemeinhin gerne gedrückt, man lebt in einer Illusion von egozentrischer Vormachtstellung. Die Politik lässt zu und gibt Impulse in die falsche Richtung, es ist Zeit für eine gesunde Wende.

Und dafür habe ich demonstriert. Dies ist eine der wenigen Optionen, die einem als Bürger so offenstehen, vielleicht ist es auch die bequemste. Denn wer hat schon die Ausdauer und Größe sich im parteilichen Dschungel zu behaupten und von unteren bürokratischen Instanzen etwas zu bewegen? Keine Schneeflocke in der Lawine fühlt sich verantwortlich… Erhebt euch, tretet ein gegen Missstände, jede Stimme ist eine Stimme mehr, steter Tropfen höhlt den Stein.

 

 

Ich muss meine Gefühle von Wut, Traurigkeit und Hilflosigkeit nicht herunterwürgen, wo sie mir als verhärteter Klumpen die Luft zum Atmen nehmen. Ich verwandle sie in lauten Protest, in umsichtiges Konsumverhalten und in ein freiwilliges Jahr. Meine wunderschöne Zeit auf einem Bio-Bauernhof hat mich schon jetzt geformt, geprägt und gefestigt.

Ich möchte hinzufügen, für alle die, die diesen Text als weichgekochte, realitätsferne Öko-Fantastereien abtun, dass ich um die wahnsinnige Komplexität dieses Themas weiß. Es ist nicht alles so einfach umzusetzen und zu verändern, wie ich es mir gerne wünschen würde, doch es gibt einen Weg. Und wer das verleugnet, ist einfach nur dumm. Ich sage dann gerne, schaut in die Vergangenheit, zu Urgroßmutterszeiten war das Wirtschaften noch in einem geschlossenen Kreislauf, natürlich aber auch wesentlich entbehrungsreicher und härter. Niemand will ernsthaft in diesen aufopferungsvollen Zustand zurück. Deswegen: Lasst uns die Vorzüge und das Wissen unseres neuen Zeitalters verträglich nutzen, für unsere Heimat, unser Zuhause.

 

*Sehr zu empfehlen ist dazu der Film „10 Milliarden- Wie werden wir alle satt?“

Die Bundessprecher tagen zusammen im verschneiten Berlin

Kaum wurde das neue Jahr 2017 zelebriert haben wir Bundessprecher_innen uns in Berlin vom 06.01-08.01.2017 zum ersten Bundessprechertreffen zusammengefunden.

Caro zeigt uns ihre Einsatzstelle beim WWF. (v.l.n.r. oben: Nathan, Anna, Henri, Aisha unten: Caro, Saskia)

Mitten im Szeneviertel Berlin wachten wir morgens auf und konnten die Atmosphäre der Hauptstadt und politischen Hochburg Deutschlands regelrecht spüren.

Am Freitag ging es aber erstmal zu der Einsatzstelle des WWF bei der wir die sehr engagierte FÖJ’lerin Caro kennenlernen durften, welche nur für Anna als Berliner-FÖJ’lerin schon bekannt war. Sie hat uns Ihren Arbeitsplatz gezeigt und uns ihre Kollegen vorgestellt, sowie von den Jugendprogrammen des WWF und der Earth Hour am 25.März.2017 berichtet. (Einen Termin den man sich ruhig schon mal vormerken kann 😉 ) Auch die Einsatzstelle der NAJU haben wir gesehen, in welcher Henri schon ein paar bekannte Gesichter traf. Mit Anna hatten wir zum Glück eine Ortskundige an Bord und eine kostenlose Einführung in die ungeschriebenen Regeln des Berliner Jargons – so hatten wir alle viel Freude daran im „Späti“ vor der Haustür einzukaufen.

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Bundesarbeitskreis in Plön 2016

v. l. n. r. Saskia, Henri, Anna und Nathan

Der erste öffentliche Termin der neuen FÖJ – Bundessprecher war wie immer der Bundesarbeitskreis für das FÖJ. Dieses Jahr trafen sich die FöJ-Träger vom 22. bis 24.11.2016 in Plön.

Sonntag frisch gewählt, Montag die erste Telefonkonferenz, Dienstag der erste Pflichttermin.

Dieses Jahr ging es Schlag auf Schlag für uns neue Bundessprecher_innen. Nicht mal für ein natürliches Maß an Aufregung hat es gereicht, dafür waren wir wohl einfach zu müde. „Wir“, das sind übrigens Nathan, Henri, Saskia, Anna und Aisha, die aber leider nicht beim diesjährigen Bundesarbeitskreis dabei sein konnte (aber keine Sorge, es werden auch noch Bilder von ihr hier erscheinen;)). Dafür waren die beiden Landessprecher von Schleswig – Holstein und eine ehemalige Bundesprecherin, Mei Ling, noch an unserer Seite. „Bundesarbeitskreis in Plön 2016“ weiterlesen